Pädiatrie

Die kleine Eule krabbelt vorsichtig aus dem Nest und auf dem Ast herum.
Sie lernt scharfe Sinne und eine ausgezeichnete Raumorientierung zu entwickeln und durch ihren Wendezeh sicher zu tasten und zu greifen.
Die Eule lernt ihre Flügel weit auszubreiten und mit ihren weichen Federn nahezu geräuschlos zu fliegen.
Aus Erzählungen kennt man die Eule mit ihrer zurücknehmenden und überlegten Art, als weise und klug. Andere Tiere kommen gerne und hören zu.
Auch im Kinderalltag können diese Eigenschaften helfen.
Sie lassen ihn gelingen und die Kinder durch Erfolge neuen Mut und Freude schöpfen.

Ergotherapie für Kinder
In der Behandlung geht es um Stärkung von:
Körperwahrnehmung
Durch gezielte Aktivitäten und Bewegungen werden taktilkinästhetische Reize durch Druck und Zug auf den Körper (Gelenke, Muskulatur, Faszien, Bänder) gegeben und an das Gehirn weitergeleitet. Durch diese entstehende mannigfaltige Sammlung an Informationen und einer Verknüpfung mit bereits gemachten Erfahrungen, gelingt es zunehmend, ein fertiges "Körperbild" zu erlangen, den Körper wahrzunehmen und eine an die Situation angepasste Reaktion zu geben.
Körpertonus
Regulation Hyper- und Hypotonus. Hierbei geht es im Allgemeinen nicht um die muskuläre Kraft, die aufgebaut wurde, sondern um die vorhandene Grundspannung im Körper.
Angepasste Kraftdosierung
Der Krafteinsatz möchte durch vielfältige Erlebnisse ausprobiert, erfahren und anschließend vermehrt adäquat, jeweils der Situation gemäß, eingesetzt werden. Es gilt die Kraft zu dosieren und nicht zu stark oder zu schwach oder auch wechselnd einsetzen zu können. Hierfür benötigen wir allgemein genügend Ruhe, aber auch eine gute Körperwahrnehmung.
Gezielte Körperkoordination
Das Zusammenwirken der oberen und unteren Körperhälfte, aber auch z.B. der Hände untereinander, im bilateralen Gebrauch.
Vestibuläres System
Die Kinder lernen durch Spaß an gezielt ausgesuchten Bewegungen ihren Körper zu stabilisieren und der veränderten Situation anzupassen. Geschickte Bewegungsabläufe geben Sicherheit.
Feinmotorik
Diese wird durch das oben Genannte auf einer sicheren Basis ermöglicht.
Eine sichere Sitzhaltung, eine adäquate Arm- und Stifthaltung, die selektive Fingerbeweglichkeit und ebenfalls eine angepasste Kraftdosierung sind hier von Bedeutung.
Visuelle räumliche Wahrnehmung
Wir fördern spielerisch die Fähigkeit, Gesehenes zu erkennen, zu unterscheiden und zu interpretieren. Die Herausforderungen beim Malen, Schreiben oder bei der Aufmerksamkeit werden durch Verbesserungen der Auge-Hand-Koordination, der Figur-Grund-Wahrnehmung und dem räumlichen Sehen bewältigt.
Aufmerksamkeit und Konzentration
Es gilt Dinge und Pläne gemeinsam zu überlegen und allem eine übersichtliche Struktur zu geben. Kinder müssen häufig lernen in diesem Rahmen zu bleiben und benötigen eine verbale Begleitung und ein Zurückholen zu der jeweiligen Aufgabe.
In der Therapie wird dieses in unterschiedlichen Aufgaben herausgefordert und eingeübt.
Gelegentlich bieten wir auch Gruppentherapien an.
Handlungsplanung
Wie entscheidend, sich zunächst einen guten Überblick zu verschaffen und seinen Alltag und jede einzelne Tätigkeit geschickt ordnen zu können und auch einen Plan von der Idee bis zur Ausführung entwickeln zu können und auf diese Weise zügiger voranzukommen.
Selbstsicherheit
Angenehm und wichtig, sich selber sicher zu sein, sich stark genug zu fühlen und zu wissen, seinem Nächsten gegenübertreten zu können und mit Mut und Freude die nächsten Schritte zu schaffen.
Händigkeit
In Zusammenarbeit mit Linkshänderberatern (Ergotherapeuten mit 4-jähriger Zusatzausbildung) wird die dominante (rechte oder linke) Hand trainiert und geschult. Auch Rückschulungen auf die ursprüngliche Händigkeit mit intensiver Zusammenarbeit mit den Lehrern und Eltern und schrittweisem Vorgehen.
Schulschwierigkeiten
Lese-und Rechtschreibschwäche (LRS), Dyskalkulie (Matheschwäche) oder andere Anzeichen können Symptome von oben beschriebenen Defiziten oder Entwicklungsverzögerungen sein. Diese gilt es zunächst zu benennen, so dass eine angepasste Behandlung möglich wird. Eine gute und enge Zusammenarbeit mit den Eltern und Lehrern ist hierbei wichtig.
Verhaltensauffälligkeiten
Wir behandeln und unterstützen in unserer Praxis Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, begleiten die Eltern in Gesprächen und suchen auch die Zusammenarbeit mit den Erziehern, Lehrern und anderen Bezugspersonen. Gemeinsam lassen sich teils manche Dinge besser überblicken und lenken.

Wie die Eule...geschickt, überlegt, mutig und stark!



Bei all meiner Arbeit weiß ich um den Wert, den Gott in jedes einzelne Kind hineingelegt hat.
In meinen bisherigen mehr als 20 Berufsjahren war es mir eine echte Freude,
diesen gemeinsam mit ihnen und den Eltern zu entdecken.
Aber auch Mut zu machen und gemeinsam über neu Erreichtes zu staunen!

